Review
Finest - Die innere Stimme
[Eigenvertrieb]
VÖ: 01.11.2006




Wieso verschlägt es einen Berliner nach Hessen? Dies muss sich wohl auch der junge Rapper Finest (Baujahr 1984) gedacht haben, der sich 2006 nach einer zweijährigen Stippvisite beim in Bad Vilbel (bei Frankfurt) beheimateten Untergrundlabel Underground Madness Records entschlossen hat, wieder musikalisch in seine Heimatstadt zurückzukehren und dort in Eigenregie sein Album „Die innere Stimme“ aufzunehmen und auch selber zu veröffentlichen.
Mit offenen Augen, jeder Menge kreativer Ideen und einem guten Sinn fürs Wesentliche tritt Finest seinen Weg „aus dem grauen Beton“ in die große weite Welt an, um diese mit seinen kritischen, selbstironischen und nachdenklichen Texten zu unterhalten. Unterstützt wird er dabei von einfalls- und abwechslungsreichen Beiträgen der Produzenten Groovin-tobits, Dundee, Snapshot, Costa, Ewok, Barto, FMR-Productions und hauptsächlich LMNZ aus Fulda, der auf „Aufbruch“ als einziger Gastrapper des Albums einen Auftritt hat. Snapshot wiederum ist verantwortlich für „Arsch des Jahres“, einem der auffälligsten Songs des Albums, auf dem Finest mit seiner selbstironischen Art besonders glänzen kann. Schwachstellen gibts kaum, Songs wie "Ein Stück Geschichte", "Kennst du das?" oder "Oh Madame" gefallen dafür umso besser.
Trotz der hin und wieder leiernden und manchmal zu stark an Eko Fresh erinnernden Stimme gelingt Finest mit „Die innere Stimme“ ein durchgängig gutes Album, das zeigt, welch hohes Potential eine deutsche Untergrundproduktion in Sachen Beats und Raps haben kann. Tipp!
(Steffen Rieger)
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